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2025-02-11

AVM Fritz!Box mit Fritz!Repeatern als AccessPoints - taugt nicht

AVM hat mit den Fritz!Box-Routern in Deutschland eine nicht unerhebliche Marktdurchdringung - in nicht ganz der Hälfte der Haushalte steht eine "Fritte".

Wer etwas mehr als nur 2-3 Räume bespielen will, wessen Wohnung/Haus über mehrere Etagen geht und/oder durch problematische Wände oder Decken Funklöcher hat, der kann diesem durch Installation von Fritz!Repeatern mit Ethernetanschluss begegnen. Die Repeater werden per Ethernetkabel an die Fritz!Box angeschlossen, ins Mesh eingebunden, und funktionierenn ab dann als AccessPoints (APs).

Wenn alles läuft, dann kann man sich mit seinem Gerät problemlos durch das Haus bewegen, die Verbindung wird von der Fritz!Box gesteuert auf den AccessPoint mit jeweils bestem Emfpang umgeschoben.

Der Haken: sobald die Fritte ausfällt, zum Beispiel bei Stromausfall, Reboot oder sonstigem Schluckauf, dann ist auch das gesamte WLAN tot. Keine Zugriff auf die Dateien auf dem NAS. Musik oder Videos vom lokalen Medienspeicher sind tot. Nichts geht mehr. Je nach Situation hängt die Fritte nach Reboot auch mal in der DSL-/Kabel-Synchronisation fest und erlaubt so lange auch kein WLAN. Das kann dann deutliche Minuten bis Stunden dauern.

Die triviale Idee, die Mesh-Funktion abzuschalten, und die Fritz!Repeater als einfache AccessPoints zu nutzen - das würde zwar tun, aaaber: die Fritz!Repeater können kein Handover! Der Industrie-Mindeststandard 802.11r/k/v wird kommendes Jahr 2026 ja auch erst volljährig. Mit dem Standard könn(t)en Handys und Laptops beinahe nathlos von einem auf den anderen AP wechseln, und das unabhängig vom Hersteller. Derzeit bleiben die an dem Fritz!Repeater hängen, an dem sie sich zum ersten Mal angemeldet haben bis sie GAR NICHT mehr empfangen werden, also weit jenseits jeglicher Nutzbarkeit. Erst dann muss sich der Client einen neuen AccessPoint wählen.

Die Fritten sind zwar bequem und gerade in der Telefonie recht feature-vollständig, aber dass ein Wackeln der Zentrale zum Totalausfall des gesamten WLANs führt, das ist schlicht indiskutabel.

Dass bei Controller-Ausfall der(aus AP-Sicht: passive) Handover z.B. mit dem von eigentlich allen anderen AP-Herstellern schon lange selbstverständlich implementierten Standard 802.11r dann nicht mehr ganz so glatt wäre - geschenkt. Notfalls würde ich auch Notbetrieb ganz ohne Handover nehmen,, so dass man sich nach Raumwechseln einmal ab- udn wieder anmelden muss. Das wäre zwar alles andere als elegant, aber immerhin noch benutzbar.

Aber dass ein Wackler der Fritte das gesamte Gebäude für Minuten bis Stunden lahmlegt?

Sorry, geht gar nicht.

AVM - sie sind raus!

Nachtrag:

Wenn man übergangsweise WLAN-AccessPoints installiert, die einem schön pro WLAN-SSID ein separates VLAN taggen, und dies dann (übergangsweise) auf demselben Netz wie die Fritte betreibt, dann darf man stundenlang debuggen. DHCP schmeißt laufend Fehler - die Geräte erhalten IP-Adressen aus dem (alten) LAN. Stellt sich raus: der DHCP-Server der Fritte vergibt IP-Adressen auch an VLAN-getaggte Netze, ignoriert die Tags schlicht.

Sach mal, AVM ...