Teichfilter / Garden Pool Filter

 

 

Da hat man nun einen schönen kleinen Gartenteich - und kriegt das Wasser einfach nicht sauber. Viel zu viel Mulm durch die Fische und Frösche, alles algt zu schnell zu.

Und (bezahlbare) kommerzielle Teichfilter schaffen es einfach nicht, die 2m³ Gartenteich sauber zu halten.

Nach diversen Iterationen bin ich nun bei einer Variante angelangt, die den Teich kristalllar hält, einfach zu reinigen und(!) billig ist.

Technisch ist dies ein Slow Vortex mit nachgeschaltetem sauerstoffangereicherten Hamburger Mattenfilter.

  • Schwerere Teile sinken im Slow Vortex ab.
  • Schwebeteilchen klumpen sich an der Wand, oder werden in/vor die Matte getrieben und klumpen sich dort zusammen - und fallen dann irgendwann ab. Die Matte setzt sich dadurch kaum bzw. nur sehr langsam zu (anders als in klassischer Position).
  • Feststoffe sammeln sich am Boden des Regenfasses und werden beim Entleeren mit hinausgespüt.
  • Durch die Fallstrecke ist das eingeleitete Wasser sauerstoffreich, der "Hamburger Mattenfilter" (hier horizontal statt vertikal) kann Nitrat abbauen.
  • Das Wasser fällt in dickem Strahl aus 20-30cm Höhe zurück in den Teich in reißt Luft mit sich, durchmischt das Teichwasser.

 

 

 

Man nehme:
  • ein einfaches Regenfass (210L oder 300L)
  • 3x 50-75cm HT50 Rohr gerade
  • 1x ~10cm HT50 Rohr gerade
  • 4x 90° Winkel HT50
  • 2x Gummidichtung fü Durchführung / Toilettendichtung für HT50
  • 10cm dicke Japan-Matte im Durchmesser des Regenfasses
  • Teichpumpe (Durchsatz: 2-3m¹/Stunde auf 1m Höhe) mit passendem Schlauch (hier: 3/4")
  • Entleerschlauch (hier: 1")

Die Teichpumpe pumpt das Wasser in eine Fallstrecke (rechtes Bild, rechte Seite), die auf ca. halber Höhe ins Regenfass einmündet, und dort durch den innen aufgesetzten Winkel das Wasser in langsame aber stetige Rotation versetzt.

Dabei ist wichtig, dass das Wasser aus dem Schlauch eine Strecke frei fallen kann, damit es Luft mit sich und in das Fass reißt. Daher darf der Schlauch nicht dicht in der Fallstrecke - in meinem Beispiel hat der Stopfen oben ein Schnüffelloch (weniger pompös formuliert: ein zusätzliches Loch). Das verhindert dann auch, dass bei Pumpenausfall dass durch den Siphoneffekt Dreckwasser zurück in den Teich läuft.

Die Durchführungen sind nach einer ersten Bohrung von Hand auf den passenden Durchmesser für die Gummidichtungen gefeilt und dann mit feinem Schmirgelpapier geglättet worden, damit das dicht ist.

Die Japanmatte wird so geschnitten, dass sie zwischen Ein-und Auslasse stramm im Fass klemmt und am Rand dicht sitzt. Es wird keine weitere Befestigung genutzt.

Den Auslass kann man einfach direkt gerade aus dem Fass laufen lassen. Ich habe aber ein "Gezeiten"-Feature eingebaut, das das Geplätscher verringert: innen geht es nach einer kleinen Strecke von unten in den Winkel, durch die Fasswand (bilder unten), dort dann wieder mit einem Winkel nach unten, auf ca. 1/3 der Fass-Höhe 'runter, und erst dann wieder mit einem Winkel zum Teich. Bei geeigneter Lage und Durchfluss entsteht ein Siphon-Effekt, durch den das Wasser nach erstem Anlauf dann in vollem Schwung (und weniger tröpfelig) aus dem Filter gezogen wird, und dann der Wasserfluss stoppt, sobald der Siphon Luft zieht. Dadurch entsteht ein Zyklus von ein paar Sekunden Tröpfeln, 2 Minuten vollem Wasserstrahl, und 5 Minuten Pause - was akustisch angenehmer ist und das Wasser im Teich auch besser durchmischt und mit Sauerstoff versorgt.

Zum Wasserablassen ist unten am Fass ein Schlauch angebracht, der einfach oberhalb des Wasserspiegels aufgehängt ist. So sparen wir uns dreckwassertaugliche Ventile.

Pflege / Säubern

Der Filter wird alle paar Wochen gereinigt - wenn die Matte sich zugesetzt hat und hochschwimmt, und dadurch den Siphon-Zyklus stört, dann hat man zu lange gewartet.

Dazu

  • Pumpe ausstellen
  • Matte aus dem Wasser holen und ggfs. grob abspritzen (v.a. gegen die normale Flussrichtung) - bitte nur grob, damit die Bakterienkulturen erhalten bleiben.
  • Wasser ablassen - dazu den Schlauch einfach herunternehmen und in Kanalisation oder Gebüsch leiten. Gegen Ende mit einem Gartenschlauch ggfs. noch mal grob hinterherspülen. Fertig.
  • in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenbauen